SCHWANENSEE
Akt 2, Nr. 10
ABSCHLUSSARBEIT
NAMSAY ATTILA FRIEDERY
3bMN
Inhalt
EINFÜHRUNG ................................................................................................................. 2
KONTEXT......................................................................................................................... 4
PARTITUR........................................................................................................................ 5
ANALYSE ....................................................................................................................... 10
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Einführung
Tschaikovsky ist ein russischer Komponist der Romantik. Er ist berühmt für seine
Konzert- und Theatermusik. Als einer der Ersten russischen Komponisten, dessen Musik
international bis heute noch Einfluss zeigt, fand ich es gerecht, eines seiner Werke in
meiner Abschlussarbeit zu analysieren. Dazu kommt, dass er einer meiner
Lieblingskomponisten ist. Werke die mir gleichermassen gefallen sind unter Anderem:
Valse Sentimentale, 1812 und Der Nussknacker. Letztendlich habe ich mich für
Schwanensee entschieden, weil es der Auslöser für meine Begeisterung für ihn war. Um
genauer zu sein, habe ich mich für den zehnten Teil des zweiten Aktes entschieden. Der
Abschnitt ist überaus dramatisch und Gänsehaut erregend. Das Ballett-Theater habe ich
nur stückweise gesehen, im Rahmen der Recherche für diese Arbeit.
KOMPONIST
Pjotr Iljitsch Tschaikovsky wurde am 7. Mai 1840 in Wotkinsk geboren. Er ist der Sohn
eines Oberleutnants und Lehrers, Ilya Petrowitssch und Alexandra Assier, die Enkelin
eines französischen Bildhauers. Er war eines von 6 Geschwistern. Die Mutter selbst
spielte Klavier und brachte ihm so die Musik bei. Schon in jungen Jahren begeisterte er
sich für das Klavier und hatte das benötigte Talent auch. Sein Vater stellte bald eine
Klavierlehrerin ein, doch diese überholte Pjotr nach kurzer Zeit.
Seine Eltern sahen für ihn dennoch eine Karriere im Staatsdienst vor. Von 1850 bis 1859
besuchte er eine Rechtsschule und arbeitete anschliessend im Justizministerium. Sein
Klavierlehrer zu dieser Zeit sah in ihm einen talentierten, intelligenten Jungen, nicht aber
ein Wunderkind. Was ihn mehr beeindruckte war Pjotrs Improvisationskunst. Kündiger,
so hiess sein Lehrer, behalt recht. Tschaikovsky wurde kein Pianist.
1861 wurde Tschaikovsky das Beamten leben langweilig. Er entschied sich ein
Musikstudium zu beginnen. Diese Entscheidung traf bei manchen Familienmitgliedern
auf wenig Verständnis. Schon ein Jahr später trat er in das Petersburger Konservatorium
ein um dort Komposition zu studieren.
1866 wechselte Pyotr sein Domizil und zog nach Moskau. Er fand unterschlupf beim
Bruder des Gründers des Petersburger Konservatoriums, Nikolai Rubinstein. Dort war es
auch, wo er die ersten erfolgreichen Kompositionen veröffentlichte. Auf Kritik reagierte
er sensibel und verbrannte zum Beispiel “Undina” nachdem dessen Aufführung abgelehnt
wurde. Es war auch zu dieser Zeit als er zunehmend neurotisch und depressiv wurde. Teil
daran könnte seine versteckte Homosexualität gehabt haben. 1868 schien sich ein
weiterer Umschlag in seinem Leben zu zeigen. Er gestand seinem Vater die Liebe zu
einer Sängerin namens Désirée Artôt. Diese wollte er heiraten, doch durch Einmischung
von Freunden und der Mutter der Braut wurde daraus nichts.
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1871 zog Tschaikovsky bei Nikolai aus, behielt aber seine Stelle im Moskauer
Konservatorium, welche er bekam als er bei Nikolai einzog. Er schuf weiter Werke, die
gemischte Kritiken einbrachten. Weiterhin stark von aussen beeinflusst, gab er zu Worte,
dass er sich für seine Werke schäme und sie nicht mehr hören könne.
1874 schrieb Pyotr seine erste wirklich bedeutsame Komposition, 1. Klavierkonzert op.
23 in b-Moll. Er widmete dieses Stück Nikolai Rubinstein. Tschaikovsky spielte es
Nikolai persönlich vor. Eine Reaktion wie sie Nikolai im gab hatte er keines Weges
erwartet. Rubinstein spie grausame Worte über das Stück. Es gehöre verbrannt. Es sei
nicht einmal mit Verbesserungen zu retten. Armselig, unzusammenhängend und
bruchstückhaft waren Adjektive welche er verwendete. Ungleich vorherigen Reaktionen
auf Kritik blieb Tschaikovsky kalt und veränderte keinen Ton. Er schickte das Konzert
Hans von Bülow, einem Dirigenten in Amerika. Dieser hatte an dem Stück nichts
auszusetzen und spielte es dem Publikum sogar selbst vor. Das Publikum war begeistert.
Gleichzeitig entstanden die 3. Sinfonie und das Ballett Schwanensee. Das musikalisch
wie auch tänzerisch höchst anspruchvolle Stück wurde 1877 vereinfacht uraufgeführt.
Durch diese Vereinfachung waren die Mehrheit der Zuschauer nicht überzeugt, weshalb
das Stück in folgenden Jahren kaum aufgeführt wurde. Tschaikovsky lehnte eine grobe
Überarbeitung stets ab. Erst nach seinem Tod wurde das Stück zu einem Klassiker des
Balletts.
Im selben Jahr lernte er Nadeschda von Meck kennen. Sie führten eine mehrjährige
Brieffreundschaft und von Meck unterstütze ihn zum Teil auch finanziell.
Ebenfalls gestand er gegnüber seinem Bruder in einem Brief, in einen Mann verliebt zu
sein. Dieser Mann war Iosif Kotek, ein ehemaliger Schüler Tschaikovskys am Moskauer
Konservatorium und nun ein Privatmusiker bei Frau von Meck.
Ende Mai des Jahres bekam er einen Brief einer Unbekannten. Antonina Mijukowa stellte
sich vor als ehemalige Schülerin am Konservatorium und drohte sich umzubringen, wenn
Pjotr sich nicht mit ihr treffe. Er sah einen Mehrwert darin. Er beschloss sie zu heiraten
um seine Homosexualität besser zu verstecken. Nach nur schon drei Monaten scheiterte
die Ehe, als Pjotr herausfand, das Antonina nicht ehrlich gewesen war in Hinsicht auf ihre
Position an der Schule.
In den Jahren danach schrieb er einige weitere Werke. Ausserdem entdeckte er sein
Talent fürs dirigieren, was ihm viele Reisen ermöglichte. Im Jahre seines Todes, nur 9
Tage nach der Aufführung seiner 6. Sinfonie, welche er selbst dirigierte, starb
Tschaikovsky unvorhergesehen. Die Ursache ist bis jetzt nicht genau bestimmt. Die am
breitesten anerkannte Theroie ist, dass er an Cholera gestorben ist.
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Kontext
DIE GESCHICHTE
In dem Ballettstück geht es um eine verwunschene Prinzessin (Odette), welche von
Rotbarth dem Antagonisten der Geschichte, zusammen mit all ihren Dienstmädchen, in
Schwäne verwandelt wurden. Aus diesem Fluch kann sie nur ein Mann, der
ausschliesslich sie zu lieben schwört befreien. Siegfried, ist dieser Mann.
DER ZWEITE AKT
Der Zweite Akt zeigt Siegfried, wie er bei Nacht mit einer Armbrust jagen geht. Er trifft
an einem See, auf Schwäne. Eine dieser verwandelt sich aber, ehe er seine Armbrust
zücken konnte, in eine wunderschöne Frau – Odette. Er legt seine Armbrust beiseite und
sie erklärt ihm den Fluch unter dem sie gefangen ist. Weiter erzählt sie ihm, dass sie sich
nur bei Nacht und in der Nähe des Sees, der aus Tränen Ihrer Mutter besteht, in
Menschengestalt verwandeln kann. In diesem Moment erscheint Rotbarth und Siegfried,
erschüttert vom Gehörten, ist beschlossen ihn zu töten. Odette warnt Siegfried, sollte
Rotbarth sterben bevor der Fluch gebrochen ist, kann er nicht mehr rückgängig gemacht
werden. Somit verschwindet auch Rotbarth wieder.
TEIL 10
Siegfried zerbricht seine Armbrust in der Hoffnung Odettes vertrauen zu gewinnen. Sie
beginnen in Liebe um den See zu tanzen, doch schon bald beginnt das Morgengrauen und
Odette, zusammen mit ihren Gefolgen, werden wieder in Schwäne verwandelt und
müssen zurück zum See.
Dies ist der Zeitpunkt zu welchem mein ausgewählter Ausschnitt zu spielen beginnt.
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Partitur
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Analyse
INSTRUMENTE
Das Stück ist für ein Romantisches Orchester ausgelegt. Eine revolutionäre Anzahl von
insgesamt 33 Instrumenten spielen die Theaterbegleitung. In dem von mir bearbeiteten
Abschnitt gehören dazu:
- 3 Flöten (+3 Piccolo)
- 2 Oboen
- 2 Klarinetten in A
- 2 Fagotte
- 4 Hörner in F
- 2 Trompeten in F
- 2 Posaunen (+2 Bass)
- Eine Tuba
- Pauken
- Eine Harve
- Violinen
- Violas
- Cellos
- Kontra Bass
MUSISCHE FIGUREN
Mein ausgewählter Teil (Seite 4) beginnt mit einer Harve, welche leise arpeggierte
Akkorde spielt. Symbolisch steht sie für das Wasser – die Tränen – der Sees. Sanfte
Wellen und ein weiches auf und absteigen des Wassers eröffnen dem Zuschauer die
Szene.
Gleichzeitig spielen Violinen und Violas ein Tremolo. Wie in vorherigen Teilen des
Theaters klar wird, symbolisieren sie Siegfried. Und schon ab dem zweiten Takt setzt
eine soloistische Oboe ein. Sie steht für Odette, wie ebenfalls schon in den vorherigen
Teilen des Aktes gezeigt wird. Graziös und sinnlich spielt sie die Themen weiter,
während Siegfried und Odette sich verlieben. (Takte 1 bis 18)
In den Takten 7 bis 9 setzt die Harve aus und ab dem zehnten Takt wieder ein. Die
Gefolgen der Prinzessin, werden durch den Beginn des Sonnenaufgangs wieder in
Schwane verwandelt. So müssen sie wieder in das Wasser. Dies ist auch gut zu sehen an
der Form der Notenfolge der Harve. Wo zuvor Wellen waren, sind nun nur steigende
Wasserformen zu erkennen.
Ab Takt 10 (Seite 6) spielen die Violinen, Violas und die Oboe mit Crescendos und
Diminuendos. So wird Spannung aufgebaut und auch gezeigt, das Siegfried und Odette
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sich gegenseitig immer mehr Zuneigung zeigen. Die Spannung steigt immer weiter bis im
achzehnten Takt ein Crescendo von piano bis (fortissimo) forte geht und der Climax
beginnt.
Im neunzehnten Takt (Seite 7) setzen plötzlich und laut die Blasinstrumente ein und
übernehmen das Thema. Im Verlaufe der vorherigen Akte und Teile wurde klar, dass die
Blasinstrumente Rotbarths Presenz zeigen. In diesem Falle ist es nicht direkt Rotbarth
selbst, sondern dessen Fluch, welcher sich in den folgenden Takten wieder zur Geltung
macht. Die Prinzessin wird durch die Verwünschung wieder in der See gezogen und die
kurze Romanze wird unterbrochen. Auch zu hören im dramatischen nun lauten Ton der
Streicher in diesem Abschnitt. Sie zeigen den Schock und die Verständnislosigkeit
Siegfrieds gegenüber dem Geschehen. Und die doppelt lauten Oboen erinnern an Schreie
der Schwäne nach Hilfe.
TONLAGEN
Begonnen wird das Thema in H-Moll. Diese Tonlage ist Herr Tschaikovsky noch zu
wenig leidenschaftlich. Aus diesem Grund wechselt die Harve im zehnten Takt –
derselbe Takt indem sie wieder einsetzt nach der kurzen Pause – in andere Tonlagen.
Darunter A, Fis-Moll, E-Moll, Cis und C (in Kombination mit H-Moll sehr
ungewöhnlich, Takt 17).
FORMENLEHRE
Es befinden sich ein Haupt- und ein Nebenthema in diesem Abschnitt. Beide werden erst
von der Oboe gespielt, danach übernimmt die Brass-Sektion das Hauptthema.
Ausserhalb, des in diesem Text bearbeiteten Teils, spielen die Streicher später noch das
Nebenthema.
Der Abschnitt ist mehrheitlich polyphon gestaltet. Wenn man die verschiedenen
Sektionen als einzelne Körper sieht, haben alle separate Stimmen. Innerhalb dieser
Sektionen spielen die Instrumente dann aber ähnliches.
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