Wichtiges Kriterium für Flugplatzauswahl aus Sicht der Reisenden: Erreichbarkeit
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gute landseitige Anbindung erforderlich (akzeptable Zeit und Aufwand)
Definition Landseite:
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Bereich zur Anbindung an Einrichtungen und Verkehrsmittel am Boden
Für eine leistungsfähige Gesamtanlage: bereits bei der Masterplanung darauf
achten, dass Oberflächenverkehre effizient, bedarfsgerecht und wirtschaftlich an
das Terminal herangeführt wird
Ziel: ökoeffiziente + ressourcenschonende Verkehrsabwicklung + verbesserte
Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz
Elemente der Landseite:
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Aufgabe
o Optimale Anbindung des öffentlichen und individuellen Verkehrs an den
Terminalbereich
o Bereitstellung von genügend Flächen zur Aufnahme des ruhenden
Verkehrs
Elemente der Landseite:
o Straßenführungen: Zu- und Abfahrten
o Vorfahrten: Halteflächen für ankommende Passagiere/ Abholer mit PKWs
Parkflächen; Passagiere, Besucher und Beschäftigte
Flächen für öffentliche Verkehrsmittel: Warteflächen für Busse und Taxen
Öffentlicher Personennahverkehr + Schienenanschluss
Verladeeinrichtungen: LKW-Stellplätze, Rampenplatz für Fracht
Planungsvoraussetzungen
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Für effektive Auslegung der Landseite + Erfüllen der
Nutzergruppenanforderungen sind Faktoren zu berücksichtigen:
o Terminalkonfiguration
o Modal Split
o Wirtschaftliche Nutzung der vorhandenen Flächen
Passagieraufkommen in den Spitzenstunden ist maßgebend für die
Dimensionierung der Landseite mit folgenden Aspekten:
o Ankunftsraten der Passagiere
o Verhältnis von Passahgieren und Besuchern
o Aufteilung der Passagiere auf privaten und öffentlichen Verkehr
o Fahrzeugbesetzung (Anzahl der Passagiere pro PWK)
o Anteile von Lang- und Kurzzeitparkenden
Personenaufkommen
= ausschlaggebend für die Dimensionierung der Landseite
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Differenziert nach (Passagier, Abholer/ Begleiter, Besucher, Mitarbeiter)
# Anzahl der Passagier,# Abholer/ Begleiter =f(Flugbetriebs)
# Mitarbeiter, # Besucher keine f(Flugbetriebs), aber abhängig vom Tag und Zeit
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Abholer/ Begleiter
o Keine ausschlaggebende Relevanz in der Auslegung der landseitigen
Anbindung
Besucheraufkommen
o =f(Fluggastaufkommen, Attraktivität des Flughafens)=
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Modal Split
= Aufschlüsselung des Verkehrs auf die einzelnen Gruppen benutzten Verkehrsmittel
zur An- und/ oder Abreise zum/vom Flughafen
Wichtige Grundlage zur Gestaltung der Landseite
- Oberflächenverkehr: öffentlicher Verkehr (Busse, Bahnen, Taxi) +
Individualverkehr (PKW)
- Öffentliche Verkehr gekennzeichnet durch:
o Regelmäßigkeit
o Kurze Verweilzeit
o Punktuelle Kapazitätsbelastung
o Geringe Anforderung an ein Verkehrsleitsystem
- Individualverkehr gekennzeichnet durch:
o Relativ hohe + unterschiedliche Verweilzeiten
o Unregelmäßigkeit
o Parkraumreserve erforderlich
o aufwendiges Verkehrsleitsystem bei hohem Aufkommen
o höherer Platzbedarf aufgrund geringen Personenbesetzungsgrad
unterschiedliche Anforderungen an das Gestaltungskonzept der Landseite
Wahl des Verkehrsmittels abhängig von Wirtschaftlichkeit und Attraktivität für den
Nutzer
- Fahrzeugwahleinflussparameter
o Entfernung des Flughafens zum nlchsten Verkehrszentrum
o Fahrpreise des ÖPNV + Parkgebühren
o Kosten der Betriebsmittel für PKW
o Entfernung der Haltestellen
o Flächenbedarf
- Entscheidung über die Verkehrsträger, die die Hauptanbindung bewerkstelligen
sollen
o Umweltfreundliche Lösung öffentliche Verkehrsmittel
Parkgebühren als Stellschraube
Bedarfsgerechte Benutzung des ÖPNV/ÖV: kurze Taktfolge,
preisgünstig, erreichbar, pünktlich und zuverlässig
- Fahrzeugbesetzung = #Fluggäste pro Verkehrsmittel (PKW: 2-3, Taxi: 1-2, Bahn
und Busse höher)
- Auslegung der Landseite
o Erfordert Zerlegung in Einzelkomponenten Summe der
Einzelkomponenten entspricht nicht der Lösung des Gesamtsystems
o Straßenanbindung
Zu- und Abfahrtswege = bodengebundene Anbindung des
Flughafens an das öffentliche Straßennetz
Verkehrsführung ist abhängig von Art und Anlage des Terminals
sowie Vorfahrtsbereiche
Möglichst einfache Gestaltung
Ermöglichen einer Anbindung an bestehende Verkehrsnetze
Kapazitive Auslegung mittels Bemessungsfahrzeugen
Mind. Zwei Fahrspuren pro Richtung kein Erliegen des Verkehrs
bei Stau
Bei freier Fahrt: 1800 KFZ pro Stunde jedoch Aufnahmekapazität
von Halte- und Parkflächen limitierend
Maßgebende Belastung der Straßen
Belastung der Zubringerstraßen durch Zubringer- und
Abholverkehr, VOR ALLEM PKW, TAXI und BUS
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Vorfahrtsbereich
o Einer der wichtigsten Bereiche der Landseite frei zugänglich für
Passagiere, Besucher und Mitarbeiter
Meist von PKW, Taxen und Bussen befahren
Entladen von Gepäck
Möglichst kurze Wege zum Terminal
o Gehwege, Querungsanlagen, Brücken, Tunnel zählen zum
Vorfahrtsbereich
o Spitzenstunde als Grundlage zur Berechnung mit Korrekturfaktor, da
Transitpassagiere nicht miteinzubeziehen sind
o Länge der Vorfahrt ist abhängig von der Beleglänge der vorfahrenden
Verkehrsmittel + Verweilzeit auf der Vorfahrt
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Parkflächen
o keine Parkraumreserve aufgrund fehlenden umschießenden
Straßennetzes
o Planung der Parkfläche anhand der Spitzenbelastung + Kapazitäten von
Kurz- und Langzeitparkenden mittels Prognosen und empirischen
Untersuchungen
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o Ausrichtung an unterschiedliche Nutzergruppen + deren Anforderungen
Differenzierung folgender Parkmöglichkeiten
Parkplätze an Straßen
Flächenparkplätze
Parkhäuser
Weitere Differenzierung
Räumliche Ordnung,
Terminalnah, terminalfern
Nutzung von Parkflächen
Länge der Parkzeit (Kurz-, Mittel, Lang und Dauerparker)
Kein Rückstau aufgrund Einfahrtkontrollen
Parkleitsystem zur Information über tageszeitlich schwankenden
Parkraumangebot Leiten an entsprechende Stellfläche
Parkflächendimensionierung
o Wichtige Kenngrößen
Abmessungen + geometrische Bewegungscharakteristika
Art der Fahrzeugaufstellung
Sonstiger Flächenbedarf
o Aufstellarten
Längsaufstellung (Straßenraum, Ausnutzung schmaler
langgestreckter Restfläche)
Schrägaufstellung (günstige Nutzung von Flächen beliebiger Breite)
Senkrechtaufstellung (geringster Flächenbedarf)
o Parkstandabmessungen erfordern das Einbeziehen der Länge, Breite des
Referenzfahrzeuges + Zugänglichkeit zu Fahrzeugen
o Anzahl der Fluggastparkplätze
Besucherparkplätze = F(prognostiziertes Besucheraufkommen mit
durchschnittliche Verweildauer von einer Stunde)
o Anzahl der vorzuhaltenden Parkplätze
Parkgewohnheit (Dauer = f(Zweck des Flughafenbesuches)
Räumliche Gliederung nach Parkdauer + sinnvolle
Gebäudezuordnung
Bereits im Planungsstadium entscheiden wie viele Parkplätze in
welcher Lage vorgesehen sind
Fluggastabholer /-begleiter in Terminalnähe
Taxistandplätze in der Nähe der Vorfahrt
Beschäftigte möglichst nah an den Verwaltungsgebäuden
Staffelung der Parkentgelte = f(Attraktivität der Parkplätze +
Parkzeitdauer) Parkgebühren sind neben Mieteinnahmen eine
elementar Einnahmequelle für Flughafenbetreiber
o Schienenanbindung
= wichtige landseitige Anbindung
Gewährleisten eines effizienten Überganges zwischen Luft und
Schienenverkehr, wenn als Zubringer von Passagieren
Gute Abstimmung zwischen Verkehrsträgern Auslegung
anhand der Spitzenstunde
Modelsplit guter Anhaltspunkt für optimale Auslegung der
Schienenanbindung