Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 1 von 12 Ausgabe 01/2007 vom 17.01.2007 Artikel: empfehlen SW-Anleitung Das Excel-Tool EasyEarnedValueManager (EasyEVM) ermöglicht es, die Vorteile der Earned Value Analyse auch für kleinere Projekte nutzbar zu machen, für die der erforderliche Aufwand ansonsten zu hoch wäre. Detlef Zimmermann stellt das Tool mit seinem Beitrag zur Verfügung und liefert eine ausführliche Nutzungsbeschreibung. Das Tool kann ab der Microsoft Excel-Version 2000 verwendet werden. 7 Bewertungen: Bewertung abgeben Inhaltsübersicht Earned Value Analyse - wie und wozu? Bedienung des EasyEVM auf Basis von Microsoft Excel Diagramme - Auswertungen 1 Kommentare Kommentare lesen/hinzufügen Das mit diesem Artikel zur Verfügung gestellte Tool EasyEarnedValueManager (EasyEVM) ist eine fertige Excel-Lösung für die Earned Value Analyse. Es ist für Projekte ausgelegt, die nach Arbeitspaketen gegliedert sind und kein Netzplan-Tool erfordern. Die wesentlichen Einstellungen (z.B. Wahl der Berechnungsmethode) lassen sich einfach in einem Formular konfigurieren. Als Eingabegröße erfordert EasyEVM lediglich die minimal notwendigen Werte: Plan- und Ist-Werte von Startterminen, Endterminen und Kosten. Mit Hilfe eines VBA-Makros bestimmt das Tool die typischen Kennzahlen wie z.B. den Cost Performance Index. Die ermittelten Kennzahlen stellt EasyEVM sowohl tabellarisch als auch in Diagrammen dar. Im Folgenden werden die grundsätzlichen Funktionen sowie die Bedienung des Excel-Tools beschrieben. Earned Value Analyse - wie und wozu? Die Earned Value Analyse (EVA) entstand in den 1960er Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie wurde von der U.S. Air Force als Ergänzung zu PERT (Programme Evaluation and Review Technique, Variante der Netzplantechnik) entwickelt und dient der Fortschrittsbewertung von Projekten. Mittels Kennzahlen wird die aktuelle Termin- und Kostensituation zu einem bestimmten Stichtag beschrieben. Das Prinzip der Earned Value Analyse besteht darin, die aktuell erbrachte Leistung eines Projekts (Earned Value, Fertigstellungswert) zu ermitteln. Mit Hilfe von Leistungskennzahlen prognostiziert sie darüber hinaus das voraussichtliche Projektende und die voraussichtlichen Gesamtkosten des Projekts. Basisgrößen Die wichtigsten Basisgrößen der Earned Value Analyse sind: Geplanter Aufwand (Planned Value): Welcher Aufwand wurde für die bis zum Stichtag geplanten Aktivitäten (Arbeitspakete, Vorgänge) budgetiert? Tatsächlicher Aufwand (Actual Cost): Welcher Aufwand wurde für die bis zum Stichtag durchgeführten Aktivitäten eingesetzt? Erbrachte Leistung (Earned Value, Fertigstellungswert): Welcher Aufwand wurde für die bis zum Stichtag durchgeführten Aktivitäten budgetiert? Gesamtbudget: Welcher Aufwand wurde für die Durchführung des Projekts insgesamt vorgesehen? Aus diesen Basisgrößen errechnet die Earned Value Analyse weitere Kennzahlen, mit denen sich der Projektfortschritt monetär bewerten lässt. Betrachtet man die zeitliche Entwicklung dieser Kennzahlen, ist zusätzlich eine Trendanalyse möglich. Aus der grafischen Darstellung der Basisgrößen über die Zeit kann man sehr schnell Abweichungen von Kosten- und Terminplan erkennen und eine grobe Prognose für den weiteren Projektablauf treffen (Bild 1). 02.02.2015 00:00 Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 2 von 12 Bild 1: Anhand der Basisgrößen lassen sich Planabweichungen schnell erkennen. Eine ausführliche Darstellung der Earned Value Analyse finden Sie im Artikel "Messbarer Projekterfolg mit der Earned ValueAnalyse" von Thomas Walenta, Ausgabe 4/2001. Voraussetzungen für den Einsatz der Earned Value Analyse Damit man die Earned Value Analyse sinnvoll einsetzen kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Es ist notwendig den Projektumfang festzulegen und abzugrenzen, die erforderlichen Arbeitspakete zu ermitteln und die Ergebnisse so zu definieren, dass sie überprüft werden können (Deliverables, Werke), die Abhängigkeiten unter den Arbeitspaketen sowie ihre Reihenfolge festzustellen, die Dauer und den Aufwand pro Arbeitspaket zu schätzen, den Kosten- und Terminplan zu erstellen. Die Earned Value Analyse lässt sich nicht durchführen, wenn die Projektmitarbeiter ihre Aufwände nicht zuverlässig melden, die Aufwandserfassung nicht bezogen auf die Arbeitspakete erfolgt, zu umfangreiche Arbeitspakete definiert werden, die sich z.B. über die gesamte Projektlaufzeit erstrecken. Der EasyEarnedValueManager für einfach strukturierte Projekte Die in vielen Publikationen illustrierten Vorteile der EVA lassen sich in der Praxis oft nur bedingt umsetzen und nutzen. Die meisten Planungswerkzeuge bieten zwar ausgefeilte Berechnungs- und Berichtsmöglichkeiten für die EVA, der Einsatz dieser Produkte ist aber für einfache Projekte meist zu aufwändig. Alternativ können die entsprechenden Kennzahlen mit einem Tabellenkalkulationsprogramm berechnet werden. Die wichtigsten Kennzahlen lassen sich z.B. relativ leicht in Microsoft Excel bestimmen (siehe "Plan und Realität effizient vergleichen: Projektcontrolling mit Earned Value Management" von Dr. Georg Angermeier, Ausgabe 24/2003).Etwas aufwändiger ist es jedoch, den zeitlichen Verlauf zu erstellen und grafisch darzustellen. Wurde keine Programmierung vorgenommen, müssen die in regelmäßigen Intervallen zum Stichtag berechneten Daten in eine zusätzliche Wochen- oder Monatsübersicht übertragen werden. Ändert man beispielsweise die Plandaten, müssen die Basisdaten neu berechnet werden und in die Berichtsintervalle übertragen werden. Mit VBA (Visual Basic for Applications) lässt sich dieser Vorgang weit gehend automatisieren. Das Tool EasyEarnedValueManager (EasyEVM) ist ein erster Ansatz, um die in der Earned Value Analyse ermittelten Daten komfortabel zu berechnen und grafisch darzustellen. Es kann und soll die komplexen Möglichkeiten von Planungswerkzeugen nicht ersetzen, sondern die EVA auch für einfach strukturierte Projekte nutzbar machen. Im Gegensatz zu den üblichen Installationen weist der EasyEVM deshalb eine Reihe von Vereinfachungen auf, u.a. sind dies: Das Tool kann nur ein einzelnes Projekt verwalten. Bei der Aufwandserfassung kann weder der Fertigstellungsgrad noch eine Restaufwandsschätzung für Arbeitspakete eingegeben werden. Die Kennzahlen der EVA werden nur für das gesamte Projekt, nicht für Teilprojekte ermittelt. Der Aufwand kann ausschließlich in monetären Einheiten, nicht in Arbeitseinheiten eingegeben werden. Es gibt keine Kostenstruktur (d.h. Kostenarten oder Kostenstellen). Die Prognosewerte werden mittels einfacher linearer Extrapolation ermittelt. Es finden z.B. keine in der Literatur beschriebenen Anpassungen für den Projektstart und das Projektende statt. Bedienung des EasyEVM auf Basis von Microsoft Excel Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie in der Praxis mit dem Tool arbeiten. Bitte beachten Sie auch die Nutzungsbedingungen am Ende des Artikels. 02.02.2015 00:00 Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 3 von 12 EasyEVM ist eine Excel-Arbeitsmappe mit integrierter Programmierung in VBA, weshalb keine Installation erforderlich ist. Die Datei kann direkt an der gewünschten Stelle abgespeichert und mit Microsoft Excel aufgerufen werden. Entwickelt wurde sie mit Microsoft Excel Version 2002, sie ist aber auch mit der Version 2000 erfolgreich getestet worden. Beim Start zeigt das Programm den Projektstatusreport mit den Stammdaten und den Kennzahlen aus der letzten Auswertung. Die Navigation durch die einzelnen Bereiche erfolgt über die Registerkarten der Arbeitsblätter. Vor dem Start: Makros in Microsoft Excel aktivieren Um EasyEVM einsetzen zu können, müssen Sie in Microsoft Excel zunächst die Makros aktivieren. Gehen Sie dabei wie folgt vor: 1. Öffnen Sie das Optionsmenü unter Microsoft Excel 2003 "Extras/Optionen". (In Microsoft Excel 2000 unter Extras/Makros /Sicherheit) Die Makros werden aktiviert, indem man zunächst "Extras/Optionen" anklickt. 2. Wählen Sie im Optionsmenü den Reiter "Sicherheit" und darin die Schaltfläche "Makrosicherheit" aus. 3. Wählen Sie im Reiter "Sicherheitsstufe" die Einstellung "Mittel". Excel fragt dann bei jedem Start von Excel-Dateien mit VBA Makros, ob diese ausgeführt werden sollen. Diese Einstellung ist aus Sicherheitsgründen zu empfehlen. Projektdaten eingeben Stammdaten eingeben Nachdem Sie den EasyEarnedValueManager mit Doppelklick geöffnet haben, geben Sie im Arbeitsblatt "Statusreport" die Basisdaten Ihres Projekts in die weißen Felder ein (siehe Excel-Datei im Anhang). Hierzu gehören: Name des Projektleiters im Feld "Projektleiter" Geplanter Projektstart als Datum TTMMJJ im Feld "Geplanter Projektstart" Geplantes Projektende als Datum TTMMJJ im Feld "Geplantes Projektende" Berechnungsmethode als frei einzugebende Werte im Feld "Berechnungsmethode" (z.B. 50/50 oder 0/100) Stichtag als Datum TTMMJJ im Feld "Stichtag" Der Stichtag bezieht sich hierbei auf den Berichtstag bis zu dem die Berechnung durchgeführt und die einzelnen Werte kumuliert werden. Im Beispiel (Excel-Datei im Anhang) werden die Kennzahlen der Earned Value Analyse für den Stichtag 15.04.2006 berechnet. Die Berechnungsmethode bezieht sich auf den Zeitpunkt, zu dem der Fertigstellungswert (Earned Value) einem Arbeitpaket gutgeschrieben wird. Der erste Wert gibt hierbei den prozentualen Wert der für ein Arbeitspaket veranschlagten Kosten an, die diesem bei Beginn als Fertigstellungswert gutgeschrieben werden. Der zweite Wert gibt dementsprechend den verbleibenden Anteil an, der als Fertigstellungswert hinzugerechnet wird, wenn das Arbeitspaket vollständig abgeschlossen wird. Im Beispiel erhöht sich der Fertigstellungswert des Projekts ausschließlich dann, wenn das Arbeitspaket komplett beendet ist (0/100Prozentmethode). Die Eingabe eines geschätzten Fertigstellungsgrads ist nicht vorgesehen. Die untere Tabelle des Arbeitsblattes "Statusreport" zeigt später die Kennzahlen der Earned Value Analyse an. Diese werden automatisch berechnet und können nicht editiert werden. Die Bedeutung dieser Kennzahlen wird im Absatz "Kennzahlen" näher erläutert. Bild 2: Die Plan- und Ist-Daten der Arbeitspakete werden im entsprechenden Tabellenblatt erfasst. Arbeitspakete eingeben Nachdem Sie die Basisdaten für Ihre Projekte eingegeben haben, können Sie zunächst mit der Eingabe der Plan-Daten beginnen (Bild 2). Hierzu geben Sie für ihre einzelnen Arbeitspakete eine Bezeichnung, ein Start- und Enddatum sowie die jeweils für das Arbeitspaket geplanten Kosten ein. (Mehr zum Thema geplantes Budget und tatsächliche Kosten bei der Earned Value Analysis lesen Sie im Artikel "Earned Value-Analyse mit Microsoft Project" von Stavros Georgantzis und Johann Strasser, 02.02.2015 00:00 Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 4 von 12 Ausgabe 6/2002. Zum Thema "Arbeitspakete planen" finden Sie ausführliche Anleitungen in den Artikeln "Arbeitspaket: Stabiles Fundament eines Projekts" von Dr. Georg Angermeier, Ausgabe 9/2003, und "Plan und Realität effizient vergleichen: Projektcontrolling mit Earned Value Management" ebenfalls von Dr. Georg Angermeier, Ausgabe 24/2003. Im zweiten Beitrag gibt der Autor folgenden Rat: "Als Faustregel für kostenkritische Projekte gilt eine maximale Arbeitspaketgröße von bis zu 5% des Projektbudgets. Bei terminkritischen Projekten sollte die Dauer nicht mehr als 5% der Projektdauer betragen."Wählen Sie Ihre Arbeitspakete deshalb nicht zu groß. Daten aus einem Planungstool übernehmen Falls Sie Ihre Liste der Arbeitspakete bereits in einem Planungstool (MSProject, Asta Powerproject o.ä.) erstellt haben, können Sie diese Daten mittels Kopieren und Einfügen (Control C und Control V) in die Tabelle übernehmen. Ist-Daten eingeben Nachdem Ihr Projekt gestartet ist und einige Arbeitspakete begonnen wurden, können Sie die ersten Ist-Daten in die drei Spalten unter "Ist" eingeben (Bild 2). Für jedes begonnene Arbeitspaket tragen Sie hierzu zunächst das aktuelle Startdatum in die entsprechende Spalte ein. Alle bisher für dieses Arbeitspaket angefallen Kosten erfassen Sie in der Spalte "Kosten". Da auch Arbeitspakete, die noch nicht abgeschlossen sind, in die Berechnung der Kennzahlen eingehen, ist es wichtig, die Daten aller begonnen Arbeitspakete zu erfassen, selbst wenn hierfür erst geringe Aufwände (Kosten) angefallen sind. Für Arbeitspakete, die zu 100% abgeschlossen sind, ist abschließend das jeweilige Enddatum in die entsprechende Spalte einzutragen. Bei der Eingabe dieser Daten sind einige Besonderheiten zu berücksichtigen: Aktive Datensätze kennzeichnen: Für jedes zu berechnende Arbeitspaket muss eine Nummer vergeben und in die Nummernspalte (#) eingetragen werden. Bleibt diese Zelle leer, wird die entsprechende Zeile in der Berechnung übersprungen und somit nicht berücksichtigt. Gliederung und Überschriften: Bei der Berechnung ebenfalls nicht berücksichtigt werden Zeilen, in denen die Nummerierung in der Nummernspalte (#) fett formatiert ist. Die Formatierung fett dient der Übersichtlichkeit und Gliederung. Für die Berechnungen ist es übrigens nicht erforderlich, die Arbeitspakete in chronologischer Reihenfolge aufzuführen. Es steht Ihnen also frei, eine Gliederung anhand inhaltlicher Gesichtspunkte vorzunehmen. Konfiguration - Einstellungen anpassen Nachdem Sie die vollständigen Plandaten und für die ersten Arbeitspakete Ist-Daten eingegeben haben, können Sie bereits eine Auswertung erstellen. Sie haben die Möglichkeit, das Programm dafür an Ihre eigenen Bedürfnisse anzupassen. Im linken oberen Teil der Arbeitsblätter "Statusreport" und "Arbeitspakte" befindet sich hierzu die Schaltfläche "Konfiguration" zum Aufruf des Konfigurationsmenus (Bild 3). Bild 3: Das Konfigurationsmenü aufrufen. 02.02.2015 00:00 Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 5 von 12 Bild 4: Das Konfigurationsmenü. Im Konfigurationsmenü haben Sie folgende Optionen: Arbeitsblätter anzeigen/ausblenden Die linke Seite des Menüs enthält eine Auflistung aller Arbeitsblätter und Grafiken. Indem Sie die Optionskästchen mit einem Häkchen markieren, können Sie festlegen, welche Arbeitsblätter in der Anwendung sichtbar sind. Um die Anwendung übersichtlich zu gestalten, sollten Sie nur die Arbeitsblätter auswählen, die Sie für Ihre Arbeit benötigen. Auswertungsintervall Diese Option legt das Auswertungsintervall fest, d.h. die Abstände, in denen die zeitliche Entwicklung der Kennzahlen berechnet und grafisch dargestellt wird. Bei einer monatlichen Auswertung werden die Daten jeweils bis zum letzten Tag eines Monats berechnet, bei wöchentlicher Auswertung jeweils bis zum letzten Arbeitstag einer Kalenderwoche (Samstag). Die Berechnung und Darstellung der Kennzahlen des letzten Intervalls erfolgt jedoch immer nur bis zu dem Stichtag, der im Arbeitsblatt "Stammdaten" angegeben wurde. Wenn Sie in einem bereits angelegten Projekt das Auswertungsintervall ändern möchten, müssen Sie nach der Änderung über die Schaltfläche "Auswertung" die Daten neu berechnen. Sprache Mit der Option "Sprache" können Sie zwischen Deutsch und Englisch wählen. Wird die Sprache geändert, betrifft das mit Ausnahme der Arbeitsblattbeschriftungen alle Überschriften und Bezeichnungen. Wenn Sie Änderungen an den Beschriftungen vornehmen möchten, können Sie das an zentraler Stelle realisieren, indem Sie das Arbeitsblatt "Spracheinstellungen" einblenden und die entsprechenden Bezeichnungen im Arbeitsblatt "Spracheinstellungen" anpassen. Die geänderten Einstellungen werden in die Tabellen und Arbeitsblätter übernommen, nachdem Sie das Konfigurationsmenü erneut geöffnet und die Schaltfläche "Übernehmen" betätigt haben. Auswertung erstellen Die Auswertung Ihrer Daten erstellen Sie, indem Sie Schaltfläche "Auswertung" auf den Arbeitsblättern "Statusreport" bzw. "Arbeitspakete" betätigen (Bild 2). Um Fehleingaben und Berechnungsfehler zu vermeiden, wird vor der eigentlichen Berechnung immer erst eine Plausibilitätskontrolle durchgeführt. Fehler auf der Seite "Statusreport" führen dabei immer zum vollständigen Abbruch der Berechnungen. In diesem Fall erhalten Sie eine Fehlermeldung (Bild 5). Außerdem sind die fehlerhaften Einträge farbig hervorgehoben und mit einem Kommentarfeld hinterlegt (Bild 6). Bild 5: Fehler auf der Seite "Statusreport" führen zum Abbruch der Berechnung. Bild 6: Fehlerhafte Einträge werden mit einem Kommentarfeld hinterlegt. 02.02.2015 00:00 Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 6 von 12 Bild 7: Fehlermeldung im Arbeitsblatt "Arbeitspakete". Analog hierzu findet anschließend die Plausibilitätskontrolle für das Arbeitblatt "Arbeitspakete" statt. Der aktuelle Status dieser Plausibilitätskontrolle wird in der äußeren linken Spalte dieses Arbeitsblattes angezeigt. Nur Zeilen, die mit einem (ü) gekennzeichnet sind, gehen in die Berechnung ein. Die Zeilen mit den Nummern 1, 2 und 3 sind als Überschriften formatiert und werden von der Berechnung ausgenommen. Sie sind durch ein (-) gekennzeichnet (Bild 7). Zeilen mit fehlerhaften Eingaben (#3.6) werden durch ein rotes Kreuz (û) gekennzeichnet. Um Fehlberechnungen zu vermeiden, werden diese Zeilen ebenfalls von der Analyse ausgenommen. Einen Hinweis über die mögliche Ursache des zugrunde liegenden Fehlers erhalten Sie über die farbige Hervorhebung der betroffenen Zellen und den hinterlegten Hinweistext. Diese Markierungen bleiben erhalten bis der Fehler korrigiert und eine Neuberechnung durchgeführt wurde. Korrigieren Sie entsprechende Fehleingaben bis die Auswertung fehlerfrei durchlaufen ist. Die entsprechenden Kennzahlen werden anschließend im Arbeitsblatt "Statusreport" und in unterschiedlichen grafischen Auswertungen dargestellt. Kennzahlen (Arbeitsblatt Statusbericht) In der Tabelle "Kennzahlen" im Arbeitsblatt "Statusbericht" sind alle wesentlichen Kennzahlen, die zum angegebenen Stichtag errechnet wurden, zusammenfassend dargestellt (Bild 8). Im Folgenden erhalten Sie eine kurze Erläuterung dieser Kennzahlen und deren Berechnungsgrundlagen: Bild 8: Im Arbeitsblatt "Statusbericht" sind alle Kennzahlen dargestellt. Geplantes Projektende: Datum an dem das Projekt planmäßig endet. Prognostiziertes Projektende: Aufgrund des bisherigen Projektfortschritts prognostiziertes Projektende. Prognostizierte Terminabweichung: Differenz zwischen prognostiziertem und geplantem Projektende in Tagen. Gesamtbudget: Geplantes Projektbudget in Euro. 02.02.2015 00:00 Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 7 von 12 Prognostiziertes Projektbudget: Aufgrund des bisherigen Projektfortschritts prognostizierte Projektkosten. Prognostizierte Budgetabweichung: Differenz zwischen prognostiziertem und geplantem Projektbudget. Planwert: Summe der geplanten Kosten aller bis zum Stichtag begonnenen Arbeitspakete. Fertigstellungswert (Earned Value): Fertigstellungswert aller bis zum Stichtag begonnen oder abgeschlossenen Arbeitspakete. Abhängig von der Berechnungsmethode wird hierbei einem Arbeitspaket bei Beginn und Ende der entsprechende prozentuelle Anteil des Planwerts gutgeschrieben. Beispiel: Das Arbeitspakt wurde mit 10.000 Euro geplant. Als Berechnungsmethode wurde 10/90 festgelegt. Zu Beginn des Arbeitspakets ergibt sich daraus ein Fertigstellungswert von 1.000 Euro. Die verbleibenden 9.000 Euro werden dem Arbeitpaket nach seinem vollständigen Abschluss gutgeschrieben. Aktuelle Kosten: Die Summe der für die Abarbeitung der Arbeitspakete tatsächlich angefallenen Kosten. Zeitvarianz: Differenz zwischen Fertigstellungswert und Planwert in Euro. Kostenvarianz: Differenz zwischen Fertigstellungswert und Aktuellen Kosten in Euro.· Planwert in %: Prozentualer Anteil des bis zum Stichtag geplanten Projektvolumens vom Gesamtvolumen des Projekts.· Fertigstellungswert in %: Prozentualer Anteil des zum Stichtag ermittelten Fertigstellungswerts am Gesamtvolumen des Projekts. Dieser Wert ist identisch mit dem Fertigstellungsgrad.· Aktuelle Kosten in %: Prozentualer Anteil der bis zum Stichtag tatsächlich angefallenen Kosten am geplanten Gesamtvolumen des Projekts. Dieser Wert entspricht dem Budgetausschöpfungsgrad.· Zeitvarianz in %: Zeitvarianz bezogen auf das geplante Projektbudget in %.· Kostenvarianz in %: Kostenvarianz bezogen auf das geplante Projektbudget in %.· Schedule Performance Index (SPI): Für diesen Begriff gibt es noch keine allgemein anerkannte deutsche Übersetzung. Aktueller Vorschlag der GPM-Fachgruppe PM-Normen ist "Planleistungsindex". Der Planleistungsindex gibt das Verhältnis von Fertigstellungswert zu Planwert an. Ein Wert über 100 bedeutet, dass das Projekt in seiner Durchführung zeitlich vor den Planungen liegt, ein Wert unter 100 bedeutet eine Verzögerung.· Cost Performance Index (CPI): Auch für den CPI gibt es noch keine verbindliche deutsche Übersetzung. Die vorgeschlagene Übersetzung lautet "Kostenleistungsindex". Der Kostenleistungsindex gibt das Verhältnis von Fertigstellungswert zu aktuellen Kosten an. Ein Wert über 100% gibt an, dass die tatsächlichen Aufwände unter dem Planwert liegen. Werte unter 100% zeigen eine Überschreitung des Projektbudgets auf.· Fertigungsstellungsgrad: Gibt den Fertigstellungsgrad des Projekts zum Stichtag an. Diagramme - Auswertungen Abhängig davon, welche Auswertungen Sie im Konfigurationsmenü ausgewählt haben, werden Ihnen die entsprechenden Arbeitsblätter angezeigt. Bild 9 zeigt eine Gesamtübersicht aller Auswertungen in tabellarischer Form mit absoluten Werten und den entsprechenden Prozentwerten. Bild 9: Gesamtübersicht aller Auswertungen. Fertigstellungswert (Earned Value) Zusätzlich zu den jeweils zum angegebenen Stichtag berechneten Kennzahlen stellt Ihnen das Programm die Entwicklung dieser Kennzahlen im zeitlichen Verlauf grafisch dar. In Bild 9 sind die Basiskennzahlen Planwert, Aktuelle Kosten und Fertigstellungswert in Euro grafisch dargestellt. 02.02.2015 00:00 Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 8 von 12 Bild 10: Der Fertigstellungswert (Earned Value). Aus Bild 10 ist zu ersehen, dass am Stichtag 15.04.2006 (Kalenderwoche 15) planmäßig 73.500 Euro des Projektbudgets hätten abgeschlossen sein sollen (blaue Linie). Es sind Kosten in Höhe von 68.500 Euro angefallen (rosa Linie) und es wurde ein Fertigstellungswert von 66.000 Euro (gelbe Linie) erreicht. Dieser Wert kommt zustande, da bei der Berechnung des Fertigstellungswerts zu den aktuellen Kosten auch die zeitlichen Über- und Unterschreitungen berücksichtigt wurden. D.h. im vorliegenden Beispiel liegt der Fertigstellungswert, hauptsächlich aufgrund von Verzögerungen, unter dem Planwert. Zeit- und Kostenvarianz (Schedule & Cost Variance) In Bild 11 ist der zeitliche Verlauf der Zeit- und Kostenvarianz des Projekts dargestellt. An der Zeitvarianz-Kurve lässt sich ablesen, wie sich das Projekt im Vergleich zu den zeitlichen Planungen entwickelt. Liegen diese Werte im negativen Bereich, ist bis zum entsprechenden Zeitpunkt weniger erreicht worden als ursprünglich vorgesehen, d.h. der Fertigstellungswert (Earned Value) liegt unterhalb ihres Planwertes. Analog hierzu ist die Kurve der Kostenvarianz zu interpretieren. Ist dieser Wert negativ, liegt der erreichte Fertigstellungswert der erledigten oder in Bearbeitung befindlichen Arbeitspakete unter den jeweils hierfür angefallenen Kosten. Ziel der Projektsteuerung ist es, Zeitvarianz und Kostenvarianz zu maximieren. Positive Werte dieser Größen bedeuten, dass das Projekt schneller und kostengünstiger läuft als geplant. Bild 11: Entwicklung der Zeit- und Kostenvarianz. Plan- und Kostenleistungsindex (Schedule Performance Index / Cost Performance Index) Bild 12 zeigt den zeitlichen Verlauf von Plan- und Kostenleistungsindex. An der Kurve des Planleistungsindexes lässt sich ablesen, wie sich das Projekt gemessen an den zeitlichen Planungen entwickelt. Liegen diese Werte unter 100%, wurde zum entsprechenden Zeitpunkt weniger erreicht als ursprünglich vorgesehen war, d.h. der Fertigstellungswert (Earned Value) liegt unterhalb des Planwertes. Analog hierzu ist die Kurve des Kostenleistungsindexes zu interpretieren. Ist dieser Wert unter 100%, liegt der bisher erreichte Fertigstellungswert der erledigten oder in Bearbeitung befindlichen Arbeitspakete unter den jeweils hierfür angefallenen Kosten. Ziel der Projektsteuerung ist es, die Leistungsindizes zu maximieren. 02.02.2015 00:00 Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 9 von 12 Bild 12: Die Entwicklung des Plan- und Kostenleistungsindizes. Prognostiziertes Projektbudget & Projektende (Estimate & Time at Completion) In Bild 13 lässt sich anhand der blauen Linie das prognostizierte Projektbudget auf Monatsbasis ablesen. Zum "Stichtag" Woche 12 im Jahr 2006 ist ein Projektbudget von 114.350,52 Euro prognostiziert. Sie können mit der Maus auf die blaue Linie fahren und die Werte für jede Woche ablesen. Am Verlauf der Linie ist zu erkennen, dass die Prognose hinsichtlich des Projektbudgets zu Beginn des Projekts steigend und ab Woche 6 2006 fallend ist. Die Spitze in Woche 5 erklärt sich aus Termin- und Budgetüberschreitungen, die ab Woche 6 wieder aufgefangen wurden. Bild 13: Prognostiziertes Projektbudget und Projektende. Die magenta-farbene Linie steht für das prognostizierte Projektende. Hier kann man anhand des Zeitstrahls das prognostizierte Projektende der jeweiligen Woche ablesen. Anhand dieser grafischen Darstellungen ist abzulesen, welche Auswirkungen eine Zeitüber- oder unterschreitung auf das Projektende hat. Fertigstellungsgrad (Percent Complete) In Bild 14 sind die Basiskennzahlen Planwert, Aktuelle Kosten und Fertigstellungswert in Prozent grafisch dargestellt. Fahren Sie mit der Maus z.B. über die gelbe Linie (Fertigstellungswert in Prozent = Fertigstellungsgrad) und den 15.04.2006 (Woche 15), können Sie den Wert 70% ablesen, d.h. zum Stichtag 15.04.2006 hat das Projekt einen Fertigstellungsgrad von 70% erreicht. 02.02.2015 00:00 Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 10 von 12 Bild 14: Die Entwicklung des Fertigstellungswerts. Zeit- und Kostenvarianz in % (Schedule and Cost Variance in %) Aus Bild 15 lassen sich die zeitlichen und kostenmäßigen Abweichungen zu den geplanten Werten je Monat in Prozent ablesen. Im Februar (Woche 9) waren die Abweichungen mit fast -20% am höchsten, im März (Woche 13) betrug die Kostenvarianz hingegen nur 0% und die zeitliche Abweichung lag bei -2%. Die Interpretation der prozentualen Darstellung folgt der absoluten Darstellung (Zeit- und Kostenvarianz, Bild 11). Da Bezug auf das Projektbudget genommen wird, ist es möglich, unterschiedliche Projekte miteinander zu vergleichen. Bild 15: Die prozentuale Zeit- und Kostenvarianz. Plan- und Kostenleistungsindex Differenz von 100% (Schedule Performance Index and Cost Performance Index, difference to 100%) In Bild 16 wird dargestellt, um wie viel Prozentpunkte die Leistungsindizes von 100% abweichen, also als Differenzwerten ausgehend von 100. Bild 16: Entwicklung der Zeit und Kosteneffizienz. 02.02.2015 00:00 Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 11 von 12 Dateneingabe im Projektverlauf Um das Tool möglichst effektiv einzusetzen, empfiehlt es sich, die aktuellen Ist-Daten wöchentlich zu aktualisieren und anhand des jeweiligen Stichtags neu auszuwerten. Auf diese Weise erfasst EasyEVM die zeitliche Entwicklung der Projektdaten optimal. Falls aufgrund einer geänderten Projektsituation der Projektplan überarbeitet wird, ist es sinnvoll, die Datei mit der alten Planversion unter einem anderen Namen zu archivieren. Nutzungsbedingungen für das Excel-Tool Mit dem Öffnen des EasyEarnedValueManager erkennt der Anwender die folgenden Nutzungsbedingungen an: Das Herunterladen, die Installation und die Verwendung der Programme erfolgt auf eigene Gefahr. Das Projekt Magazin übernimmt keine Gewähr oder Haftung für etwaige Schäden, Folgeschäden oder Ausfälle, die entstehen können. Die Anwender verzichten auf jedwede Ansprüche gegen das Projekt Magazin, die sich aus diesen Vorgängen ergeben können. Das Projekt Magazin übernimmt insbesondere keine Haftung oder Gewähr für Schäden, die entstehen, weil Software, Beschreibungen, Links oder sonstige Inhalte fehlerhaft sind. Das Projekt Magazin übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen das Projekt Magazin, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Projekt Magazins kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Bitte beachten Sie die Urheberrechte des Tools. Diese können unter "Information" aufgerufen werden (Bild 17). Bild 17: Die Urheberrechte können über "Informationen" eingesehen werden. Artikel bewerten Wie nützlich finden Sie diesen Artikel? Kommentare Frederic Gümmer Ich möchte über weitere Kommentare informiert werden Vorschau Speichern 1. Guter Artikel, gute Beschreibung UND professionell aufbereitete Excel-Vorlage. von Jan Fischbach am 09.11.2011 08:13 02.02.2015 00:00 Fix und fertig: Excel-Tool für die Earned Value Analyse | Projekt Magazin https://www.projektmagazin.de/artikel/fix-und-fertig-excel-tool-fuer-di... 12 von 12 Zum Herunterladen Artikel (PDF, 2240 kb) Artikel mit Vorlagen (ZIP, 2372 kb) Autoren Detlef Zimmermann Profil & weitere Artikel Ähnliche Artikel Messbarer Erfolg mit der Earned Value-Analyse Praxisbeispiel weltweites SAP-Roll-Out Earned Value Management sorgt für Transparenz und hält Großprojekt auf Kurs Weitere Artikel unter Fortschrittsüberwachung Projektabwicklung Controlling Spotlight Spotlights mit diesem Artikel Microsoft Excel für die Projektarbeit nutzen Service-Links Termine Projektabwicklung u. Planung Projektmanagement für Manager Bücher Für Experten & Profis Controlling 02.02.2015 00:00